Die Weiterbildungsinitiative „Gut beraten“ der deutschen Versicherungswirtschaft hat zum Ziel Versicherungsvermittler strukturiert und transparent weiterzubilden. Eine Weiterbildung sollte allgemein obligatorisch sein, gleich welchem Beruf man nachgeht. Seit dem Jahr 2014 gibt es die Brancheninitiative #gutberaten. Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) und weitere Verbände, Dienstleister und Versicherungsunternehmen gehören der Initiative an. Die Vermittler sollen dabei in der Zielsetzung „200 Weiterbildungspunkte in 5 Jahren summiert“ sammeln. Eine Einheit bildet dabei eine Unterrichtseinheit von 45 Minuten. In einem jeden Vermittler individuell zugeordneten Konto, werden die Punkte summiert und aufgeführt.

Hierzu habe ich mal meinen eigenen Kontoauszug beigefügt, welcher hier einsehbar ist: Konto #gut beraten Andre Perko
Nicht wenige Kritiker behaupten, dass man mit der Zitat „Sicherstellung einer hochwertigen Weiterbildung für Versicherungsvermittler“ einer gesetzgeberischen Regelung zuvorkommen möchte. Auch andere Berufsgruppen unterhalten geregelte Weiterbildungsmassnahmen, z.B. die Ärzteschaft oder der Certified Financial Advisor, der Credit Points sammelt. Zahlreiche Versicherungsunternehmen sind dazu übergegangen eine Art Verpflichtung zur Weiterbildung in die Verträge zum Verhaltenskodex mit aufzunehmen und machen eine Zusammenarbeit von einem Weiterbildungsnachweis abhängig.

Als Versicherungsmakler Frankfurt muss man die Initiative allerdings kritisch hinterfragen, ist der unabhängige Vermittler doch allein seinen Kunden verpflichtet. Eine Pflicht auf Teilnahme an einem Programm welches schwerpunktmäßig von Produktgebern – den Versicherern – getragen wird, hat all zu oft den Charakter einer Werbeveranstaltung, denn einer Weiterbildungsmaßnahme. Produktschulungen unter dem Deckmantel der Weiterbildung werden nur all zu gern von den Konzernen angeboten. Allerdings hat ein guter Versicherungsmakler auch bereits vor diesem Branchenvorstoß bereits immer selbständig für seine Weiterbildung gesorgt. So dass es beispielsweise für uns keiner großen Veränderung oder Umstellung in diesem Bereich bedarf. Auch in der Vergangenheit haben wir Messen, Schulungen oder Weiterbildungen besucht, wenn es hierfür nun Punkte gibt, ist das in Ordnung den „Gut beraten“ tut nicht weh, auch nicht der Besuch einer Weiterbildungsveranstaltung. Es steht jedem frei, sich aus der Vielzahl an Angeboten auch unabhängiger Anbieter das Passende auszusuchen.

Der aktuelle Stand der Initiative:

Aktuell gibt es über 5 Millionen gesammelte Weiterbildungspunkte, mehr als 100.000 angeschlossene Vermittler (überwiegend abhängig agierende Ausschließlichkeitsvermittler).

Das sagt Europa:

Zukünftig wird es zu einer Neuregelung kommen müssen, da die EU-Kommision, Ministerrat und Parlament auf europäischer Ebene eine Weiterbildungspflicht in der neuen Vermittlerrichtlinie beschlossen haben. Am 30. Juni 2015 wurde die Insurance Distribution Directive (IDD) beschlossen. Demnach soll jeder Berater innerhalb eines Jahres mindestens 15 Stunden Weiterbildung sammeln und nachweisen. Gespannt darf man daher auf die Umsetzung in nationale Gesetzgebung sein, da die Maßnahmen „professionell“ oder „substanziell“ sein sollen, dürfte dabei die ein oder andere Produktschulungsveranstaltung gegen den europäischen Gedanken verstoßen.

Fazit gut beraten

Weiterbildung ist sinnvoll und notwendig und wurde seit jeher von einem guten Finanzberater praktiziert. Darum befürworten wir das Sammeln bei der Initiative „Gut beraten“, bis neue Standards gelten. Einen Auszug meines Kontostandes finden Sie anbei, sowie ein exemplarische Teilnahmebestätigung #gutberaten eines Punkteanbieters.