Die PKV in der Elternzeit oder die oft gestellte Frage in unserer Beratungspraxis lautet:

Was passiert eigentlich in der Elternzeit und im Mutterschutz mit der PKV?

Das Arbeitsverhältnis bleibt während der Elternzeit faktisch bestehen und damit auch die Krankenversicherung (GKV und PKV). Ein privater Krankenversicherungsschutz besteht also unverändert fort, auch eine Beitragszahlung ist weiterhin zu erbringen. Wird während der Elternzeit allerdings eine Teilzeittätigkeit aufgenommen führt dies, sofern die Beschäftigung mit einem Einkommen unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) verbunden ist zur Versicherungspflicht. Von dieser Pflicht kann man sich auf Dauer der Elternzeit auf Antrag befreien lassen, innerhalb von drei Monaten und nur für die Dauer der Elternzeit.

Nach Beendigung der Elternzeit läuft die PKV in der Regel unverändert weiter, sofern ein Gehalt oberhalb der JAEG bezogen wird.
In einer Ehe gilt folgendes: Bestand unmittelbar vor der Geburt eine Kindes eine PKV, dann gibt es keine Möglichkeit auf eine beitragsfreie Familienversicherung währender der Mutterschutzfrist und der Elternzeit. Für einen GKV Versicherungspflichtigen bzw. eine GKV Versicherungspflichtige ist während der Mutterschutzfrist und Elternzeit kein Beitrag zu leisten. Ist der Ehepartner eines freiwillig Versicherten ebenfalls GKV versichert, besteht die Möglichkeit einer beitragsfreien Familienversicherung. Gibt es keinen Ehepartner oder ist der Ehegatte PKV versichert, muss weiterhin ein Beitrag zur GKV erbracht werden.
Um eine Beitragszahlungspflicht in voller Höhe während der Elternzeit für Mütter und Väter in der Privaten Krankenversicherung abzumildern oder angenehmer zu gestalten gibt es verschiedene Anbieter und Bausteine die für Entlastung sorgen können.

  • Einige Private Versicherungen bzw. Tarife sehen eine Beitragsbefreiung während der Elternzeit vor.
  • Verschiedene Krankentagegeldtarife sehen eine einmalige Sonderzahlung vom mehrfachen des vereinbarten Krankentagegeldsatzes vor.
  • Eine Prüfung beim Ehegatten ob der Arbeitgeberzuschuss bereits voll ausgeschöpft ist wäre zu empfehlen.
  • Ebenso bieten einige Anbieter für die Dauer der Elternzeit eine temporäre Umtarifierung und spätere Rückkehrmöglichkeit ohne Gesundheitsprüfung in den Alttarif an.
  • Das Bundesamt für Finanzdienstleistungen zahlt ein einmaliges Mutterschaftsgeld in Höhe von derzeit (Stand: 2018) 210,- Euro. Dieses Mutterschaftsgeld ist zu beantragen bei:

    Bundesversicherungsamt, Zahlstelle für Mutterschaftsgeld, Friedrich-Ebert-Allee 38, 53113 Bonn

Beratung zur eigenen Situation

Letztlich gilt es den jeweiligen Einzelfall in der individuellen Konstellation zu prüfen, dieser Artikel ist hierfür nur ein Hinweis und erhebt nicht den Anspruch jedwede Situation der PKV in der Elternzeit zu erfassen. Für eine individuelle Beurteilung Ihrer Situation, sprechen Sie uns gerne an.