Ein typischer Anlegerfehler in der Geldanlage ist der Glaube besser zu sein als der Durchschnitt der Anleger. Kann ich als Anleger besser sein als der Markt (Index) und damit besser als der Durchschnitt aller Investoren? Auf Dauer schlagen weder Profis noch Privatanleger die Marktrendite. Häufig überschätzen Privatanleger Ihre Fähigkeiten in der Geldanlage, und auch professionelle Anleger erzielen nach Kosten selten dauerhaft eine Outperformance. Die Informationsbeschaffung ist selten effektiv, so spiegelt der Markt an sich bereits alle öffentlich zugänglichen Informationen gebündelt wieder und der vermeintliche Tipp für den Anleger ist bereits eingepreist. Die Auswahl der passenden Anlage oder Aktie, das sogenannte „Stock Picking“ und die Auswahl des passenden Moments bzw. Zeitpunkts, das sogenannte „Market Timing“, kann niemals gelingen und gleicht fast immer einem Glücksspiel.

Auf lange Sicht schneiden Privatanleger regelmäßig schlechter ab als der Markt.


Die Gründe hierfür sind wissenschaftlich nachgewiesen:

Die Kapitalmarkttheorie der Markteffizienz

Die Theorie besagt, dass alle Märkte effizient sind, alle öffentlichen Informationen bereits enthalten, und Kurse sich zufällig entwickeln. Anleger erreichen folglich mit normalen Informationen keine Outperformance. Für diese Arbeit aus den 70er Jahren erhielt der Chicagoer Professor Eugene Fama übrigens 2013 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Risiko und Ertrag stehen im Zusammenhang. Die Theorie und Empirie belegen klar, dass für höhere erwartete Renditen auch höhere Risiken eingegangen werden müssen. Darf man als Kapitalanleger dann zumindest mit der durchschnittlichen Marktrendite rechnen? Nein, denn Kosten für Kauf- und Verkauf, Managementgebühren und Transaktionskosten schmälern die Durchschnittsrendite nicht unerheblich. Nicht umsonst gibt es den berühmten Börsensatz „Hin und her, macht Taschen leer“, der auf die Höhe und Häufigkeit mancher Transaktions- und Erwerbskosten anspielt.

Anlegerfehler: Die Selbstüberschätzung

Die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse, wissenschaftlich auch „Overconfidence Bias“ betitelt, führt zu unterdurchschnittlichen Renditen und ist ein Ego Anlegerfehler. In drei Punkten wird die Überschätzung wiedergespiegelt. Erstens: im Glaube besser zu sein als der Durchschnitt, zweitens: der Überschätzung des eigenen Könnens und drittens: dem starken Glauben Recht zu haben.

Schneiden Profis besser ab als der Markt?

Viele Studien belegen, dass es auf lange Sicht nur gut 2 Prozent aller aktiven Fonds schaffen den Index oder Markt zu schlagen, hinzu kommt dass dies nicht von Dauer ist und die Fonds die dies schaffen sich auch im Portfolio befinden müssen. Vielmehr belegen Studien dass Profis langfristig eine Underperformance von 1,1-3,2 Prozent (je nachdem ob Transaktionskosten berücksichtigt wurden oder nicht) erzielen. Einzelnen Börsengurus, wie beispielsweise Warren Buffet gelingt es aber dennoch langfristig den Markt zu schlagen. Diese Vorbilder bilden den Anreiz doch auf aktives Management zu setzen, welches empirisch mit hoher Wahrscheinlichkeit schlechter als der Durchschnitt abschneiden wird.
Lassen Sie sich beraten, und vermeiden Sie typische Anlegerfehler.