Wie hoch sollte eine Unfallversicherung sein? Diese Frage stellen sich Verbraucher vor dem Abschluss einer Unfallversicherung. Schließlich möchte man weder überversichert noch unterversichert sein. Wie lege ich die Unfallversicherungssumme fest bzw. woran bemisst sie sich?

Die Unfallversicherung – Grundsätzliches

Niemand ist vor einem Unfall geschützt, deshalb muss man finanzielle Vorsorge treffen. Verbleibt nach einem Unfall ein körperlicher Schaden leistet eine Unfallversicherung. Der körperliche Schaden wird in Prozent gemessen, hierzu ist der Körper in Prozentwerte unterteilt. Die Werte lassen sich aus der dem Unfallversicherungstarif zugrundeliegenden Gliedertaxe ersehen.
So ergibt sich bei einer dauerhaften Schädigung oder dem Verlust z.B.

– Eines Armes im Schultergelenk 70 Prozent
– Eines Auges 50 Prozent
– Des Gehörs 30 Prozent
– Eines Daumens 20 Prozent der vereinbarten Invaliditätssumme,

Die Mär der Progression

Häufig begegnen uns Tarife mit extrem niedrigen Invaliditätsgrundsummen und dafür hohe progressive Steigerungen von 500 bis 1000 Prozent. Viele Leistungen spielen sich aber nicht im hohen Invaliditätsgrad ab, sondern vielmehr (hoffentlich) im niedrigen Prozentbereich. Auch geringe Grade schränken das Leben gegebenenfalls stark ein, daher muss eine Antwort auf die Frage „Wie hoch sollte eine Unfallversicherung sein“ lauten: nach Möglichkeit eine hohe Grundsumme mit nicht zwingend hoher Progression zu vereinbaren. Weit verbreitet sind die Progressionsstufen 225, 350 und 500 Prozent.

Die Faustformel: Wie hoch sollte eine Unfallversicherung sein.

Tatsächlich gibt es keine korrekte Antwort zur Höhe der Unfallversicherung, da die Lebensumstände und Bedürfnisse unterschiedlich ausfallen können. Dennoch gibt es in der Praxis eine Faustformel:
Für Alter bis 30 Jahre empfiehlt sich das 6-fache Bruttojahreseinkommen,
für Alter bis 40 Jahre empfiehlt sich das 5-fache Bruttojahreseinkommen,
für Alter bis 50 und höher, empfiehlt sich das 4-fache Bruttojahreseinkommen.

Kapitalleistung und/oder Unfallrente

Unfallrenten lassen sich vereinbaren, allerdings sollte hier auf den Preis und den Leistungsinvaliditätsgrad geachtet werden. Leisten Unfallrenten doch meist erst ab einem Grad von 50 Prozent, besser wäre eine Leistung bereits ab 20 Prozent. Über eine ausreichend hohe Unfallsumme kann aber ebenfalls per monatlicher Entnahme eine Unfallrente dargestellt werden. Rechnerisch mit Kapitalverzehr oder Kapitalerhalt, was vom Alter und der Zielsetzung des Versicherten abhängt.

Schnick Schnack in der Unfallversicherung

Viele Inhalte einer Unfallversicherung sind äußerst sinnvoll, einige nachrangig sinnvoll und manche gar unnütz. Viele Details blähen einen Versicherungsschutz unnötig auf, und bieten wenig Gegenleistung. Fragwürdig sind z.B. Unfall-Krankenhaustagegelder, Unfall-Genesungsgelder etc.; Wichtiger sind hier „echte“ Krankentagegelder, die sowohl bei Krankheit als auch Unfall leisten und in der Krankenversicherung angesiedelt sind. Sinnvoll und nützlich sind verbesserte Gliedertaxen, kein Anrechnung von Erkrankungen, kosmetische Leistungen und Bergungskosten, um nur einige zu nennen. Letztlich sollte in einer individuellen Beratung geklärt werden, was in eine gute Unfallversicherung gehört bzw. diese ausgestaltet sein sollte. Damit klärt sich dann auch die Frage, „wie hoch sollte eine Unfallversicherung sein“.