Der Cost-Average Effekt oder Durchschnittskosteneffekt bietet Anlegern bei einem gleichmäßig gestreuten Sparplan einen vermeintlichen Vorteil, nämlich die Vermeidung der Investition eines Einmalbeitrags im falschen Moment. Eine gute Geldanlage für das Ersparte soll es sein: Breit gestreut über verschiedene Anlageklassen und zum idealen Zeitpunkt gekauft. Die Sorge besteht bei Einmalanlagen im falschen Moment zu kaufen, sprich bei hohen Wertständen und der anschließende Abschwung der Geldanlage.

Der Cost-Average Effekt nutzt über einen Sparplan Kursschwankungen optimiert aus, indem er bei hohen Kursen weniger Anteile kauft und bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile kauft. Viele Finanzexperten und Banken bewerben damit Sparpläne, doch ist der Cost-Average Effekt überhaupt vorteilhaft?

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Funktionsweise des Cost-Average Effekts

Ein Anleger A kauft monatlich mit einem gleich hohen Betrag zu unterschiedlichen Kursen (s. Abbildung 1). Nach 5 Monaten hat er insgesamt eine Wertentwicklung von +253,85 Prozent, bei einer Gesamtinvestition von rund 500 und einem Durchschnittskurs von 6,617. Wogegen der Anleger B im selben Zeitraum lediglich einen Anteil je Periode kauft (s. Abbildung 2) und damit ein Plus von 141,85 Prozent erzielt bei einer Investition von 552,77.

A kauft bei Cost-Average Effekt ratierlich

Abb. 1

 

Anleger B kauft Anteil bei Cost-Average Effekt

Abb. 2

 

Dies ist ein klassischer Cost-Average Effekt wobei Anleger A Kursschwankungen optimal ausnutzt.

Cost-Average Effekt vs. Einmalanlage

Ist ein Sparplan eventuell einer Einmalanlage überlegen? Ein Beispiel Anleger A bedient einen Sparplan und Anleger B investiert mit einem Einmalbeitrag (s. Abb. 3 und Abb. 4). Anleger A erzielt dabei einen Preisvorteil von 11,08 gegenüber Anleger B, da er zu durchschnittlich 88,92 vs. 100 kauft. Oder aber die Überrendite beträgt 12,46 Prozent.

A kaut gleichen Betrag

Abb. 3

B kauft einen Einmalbeitrag

Abb. 4

Denkfehler und Wissenschaftiche Erkenntnisse

So schön die dargestellten Berechnungen auch waren gibt es wissenschaftlich keinen Beleg für die Überlegenheit des Cost-Average Effekts. Vielmehr hängt das Ergebnis stark von den Kursen der betrachteten Zeiträume ab. Es sind ebensolch negativen Ergebnisse darstellbar. Die moderne Kapitalmarkttheorie belegt allenfalls eine geringe Schwankung des Cost-Average Effekts im Vergleich zur Einmalanlage, dabei wird aber auch eine im Mittel geringere Rendite erzielt.

Fazit zum Phänomen Cost-Average Effekt

Auch wenn die Vorteilhaftigkeit des Cost-Average Effekts nicht gegeben ist, so haben die meisten Anleger gar nicht die Wahl der Zahlform. Wir wollen daher von einem Sparplan nicht abraten, dieser bietet vielmehr den Vorteil der Selbstdisziplin in der Geldanlage. (mit kleinen Beträgen automatisiert zu sparen), wenn auch keinen Vorteil in Form des Durchschnittskosteneffekts.