Die Garantiezinssenkung kommt 2017. Der Garantiezins in der Lebens- und Rentenversicherung (auch Höchstrechnungszins genannt) sinkt aufgrund der seit Jahren sinkenden Umlaufrendite zum 1.1.2017 von derzeit 1,25 Prozent auf dann geltende 0,9 Prozent. Das Bundesfinanzministerium sieht aufgrund des Niedrigzinsniveaus diese Entlastung für Neuverträge vor, und entlastet damit Versicherungsunternehmen von der Bürde hoher Zinsversprechen. Den Vorteil eines höheren Garantiewertes für die Ablaufleistung oder die Rente sichert man sich mit Neuabschluss eines Lebens- oder Rentenversicherungvertrages noch in 2016.

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Alle Schichten von Garantiezinssenkung betroffen

Von der Garantiezinssenkung sind alle privaten Verträge der 3. Schicht betroffen, d.h. private Renten- und Lebensversicherung, aber auch alle Verträge der 1. Und 2. Schicht, sprich alle Basisrenten (Rüruprenten), Riesterrenten und Anlagen in der betrieblichen Altersvorsorge.

2017 sinkt der Höchstrechnungszins

Der Garantiezins und dessen Ergebnisse stellen natürlich nur einen Teil einer möglichen Ablaufleistung dar. Neben der Garantie bieten Anbieter von Vorsorgeprodukten auch Überschüssse bzw. Schlußüberschüsse an und stellen diese in Aussicht. Das Garantieniveau ist bereits seit einiger Zeit auf einem niedrigen Niveau, weshalb Altersvorsorgesparer Neuverträge ohnehin nicht wegen der Garantieverzinsung abschließen, sondern vielmehr wegen einer immer noch attraktiven Gesamtverzinsung deutscher Anbieter von im Mittel 2,79 Prozent. Dieser Zins setzt sich aus dem Garantiezins und dem jährlich neu festgesetzten Überschussanteil zusammen. Die Tendenz für 2017 ist natürlich sinkend, da sich auch Lebensversicherer nicht dem aktuellen Niedrigzinsniveau entziehen können.

Der Vorteil von 1,25 Prozent Garantiezins

Die Vorteilhaftigkeit von 1,25 Prozent Garantiezins.

Garantieprodukte weniger nachgefragt

Ohnehin überwiegen die alternativen Anlageformen den Markt der Neuabschlüsse zur Altersvorsorge. Kapitalmarktorientierte Produkte bieten langfristig höhere Renditeerwartungen und sind deshalb deutlich attraktiver aus Anlegersicht. Im Bewusstsein höherer Schwankungen sind diese Produkte erste Wahl, vorausgesetzt man bringt eine genügend lange Anlagedauer mit. Viele Garantieleistungen lassen sich auch in kaptialmarktorientierten Produkten darstellen. Zur Auswahl eines geeigneten Vorsorgeproduktes sollte allerdings immer ein unabhängiger Finanzberater hinzugezogen werden, hat dieser doch einen Überblick über den Altersvorsorgemarkt.

Auch andere Versicherungen betroffen

Allerdings sind auch viele nicht Altersvorsorgeprodukte von der Garantiezinssenkung betroffen. So steigen die Preise für Berufsunfähigkeitsversicherungen, Pflegerenten und Risikolebensversicherungen zum Jahreswechsel ebenfalls um ca. 3-8 Prozent an. Dies liegt auf der ebenfalls auf dem Garantiezins beruhenden Kalkulation. Wer also noch Versicherungen in diesem Bereich benötigt oder sich darüber Gedanken macht, sollte ebenfalls schleunigst handelt, zieht man den Kostenvorteil doch zum Teil über viele Jahre mit sich.