Die GKV Beiträge steigen 2017, da die Bemessungsgrenze auf die Beiträge zur Gesetzlichen Krankenkasse (GKV) berechnet werden, im Jahr 2017 von 50.850,- Euro auf 52.200,- Euro angehoben wird. Dies allein entspricht für freiwillig Versicherte einer GKV einer Steigerung von 2,65 Prozent. Diese Grenze wird jedes Jahr angehoben. Der Beitragssatz zur Pflegepflichtversicherung steigt um 8,51 Prozent an! Der Beitragssatz erhöht sich von 2,35 auf 2,55 Prozent, für Kinderlose über 23 Jahre kommt noch ein Zusatzbeitrag von 0,25 Prozent hinzu. Der von den Arbeitnehmern allein zu tragende Zusatzbeitrag erhöht sich um 27 Prozent! Von derzeit kassendurchschnittlich 1,1 Prozent auf 1,4 Prozent. Insgesamt kommt so ein gesamter Abzug von 18,8 Prozent für Kranken- und Pflegeversicherung im Jahr 2017 zusammen. Dies entspricht dem allgemeine Kassenbeitrag von 14,6 Prozent + 1,4 Prozent Zusatzbeitrag + Pflegepflicht 2,55 + Kinderlosenmalus 0,25 = 18,8 Prozent.
Wird der KV/PV Beitragssatz von 18,8 auf die Bemessungsgrenze gerechnet ergibt sich ein KV/PV Gesamtbeitrag von stolzen 817,80 Euro.

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Verfälschende Prozentangaben zu Beitragsanpassungen

Ärgerlich finde ich die populistische mediale Berichterstattung mit Prozentsätzen gegen die Private Krankenversicherung (PKV). Dort wird von Prämienanpassungen im “deutlich zweistelligen Bereich” berichtet oder aber auch konkrete Zahlen wie beispielsweise “11 Prozent Beitragsanpassungen” benannt. Die Informationen zur Anpassung der Bemessungsgrenze für die GKV fehlen meist, und eine prozentuale Berichterstattung zur GKV wie ich sie oben aufgeführt habe wird in aller Regel nicht vorgenommen. Wieso eigentlich? Eine faire und neutrale Berichterstattung wie beispielsweise in diesem F.A.Z. Artikel findet man selten. Eine sachliche Auseinandersetzung wär angebracht.

PKV Prämien steigen 2017

Die GKV Beiträge steigen 2017  und auch die PKV Prämien, deren Anpassungen betreffen überwiegend die Bi-Sex Tarife der Versicherer, also Kunden mit Vertragsbeginnen vor 2013. Hintergrund ist die Kalkulation einer PKV nach dem Kapitaldeckungsverfahren. Ein Großteil der Prämien wird fürs Alter zurückgelegt und intern verzinst, dies sind die sogenannten Alterungsrückstellungen. Da auch PKV Unternehmen sich mit Verzinsung am Kapitalmarkt orientieren müssen, sinkt dieser kalkulatorische Zins. Zum Ausgleich der Zinsen steigen die Prämien in der PKV. Ein ganz „normaler“ und nicht schlimmer ober böser Vorgang. Da dies für Kunden mit Vertragsbeginn vor 2013 bei einigen Gesellschaften in diesem Jahr vorgenommen wird, gibt es “unangemessene” Pressebericht. Diese Berichte stellen weitestgehend Sachverhalte falsch oder sehr populistisch dar und entbehren jeder Fachkenntnis. In den Tarifkalkulation nach 2013 liegt bereits ein reduzierter Zins zugrunde. Auf dessen Basis wird es zu keiner Erhöhung auf breiter Front kommen. Eine medizinisch technische Inflation und/oder Steigerung der Lebenserwartung kann unbeeinflusst von einer Zinssenkung immer zu einer Prämienerhöhung führen.

GKV Beiträge steigen 2017 und in folgenden Jahren

Beitrags- oder Prämiensteigerungen wird es immer in beiden Systemen regelmäßig geben, Gesundheit wird für uns alle teurer in den kommenden Jahrzehnten.