Ein Krankentagegeld sichert das Einkommen bei längerer Krankheit. Für gesetzlich Versicherte und privat Versicherte unabhängig vom Status, das heißt sowohl Arbeitnehmer, Selbständige oder Freiberufler sind auf Einkünfte im Krankheitsfall angewiesen. Bei gesetzlich versicherten Angestellten übernimmt der Arbeitgeber für die Dauer von sechs Wochen die Lohnfortzahlung, bevor die Krankenkasse ein Krankentagegeld bezahlt. Es entsteht eine Einkommenslücke!

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Egal wieviel man verdient, das gesetzliche Krankentagegeld sichert nicht hundert Prozent des Einkommens ab. Es gilt die Regel dass 70 Prozent des Bruttoeinkommens übernommen werden, höchstens jedoch 90 Prozent vom Netto. Beispielsweise wäre bei einem Brutto von 3300 Euro ein Krankentagegeld von 1862 Euro fällig. Die 70 Prozent Regel führt zu 2310, die 90 Prozent Regel jedoch nur zu 1862. Das ursprüngliche Netto betrug allerdings 2070 Euro. Allerdings kommen nun noch die Abzüge für die Sozialabgaben zum Abzug. Nach Abzug von rund 230 Euro für Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung bleibt ein Resteinkommen von 1630 Euro übrig. Die gesamte Einbuße beträgt folglich zirka 430 Euro.

Mit einem privaten Krankentagegeld lässt sich diese Einkommenslücke schließen. Der Bedarf wäre in der Regel ab dem 43 Tag der Krankheit ein Tagessatz von 15 Euro. Diese 15 mal 30 Tage des Monats führen zu 450 Euro Monatseinkommen und einem zu 100 Prozent unverändertem Nettoeinkommen auch bei längerer Krankheit.

Je höher das Einkommen desto höher die Gefahr

Die gesetzliche Krankentagegeldzahlung kennt mit 70 Prozent der krankenversicherungspflichtigen Bezugsgröße allerdings eine Obergrenze. Einkünfte darüber werden nicht mehr berücksichtigt, so dass bei hohen Nettoeinkünften dennoch maximal 70 Prozent der Bezugsgröße (in 2019) 3176,25 monatlich maximal bedacht werden. Nach Sozialversicherungsabzügen bleibt 2784 höchstens übrig. Folglich steigt der Bedarf je weiter das Einkommen von der Bezugsgrenze entfernt liegt.

Krankentagegeld für Selbständige und Freiberufler

Freiberufler und Selbständige haben durch die fehlende Arbeitgeberlohnfortzahlung bereits von Tag Eins an ein Einkünfteproblem. Das gesetzliche Tagegeld kann ab der 3. Oder 6. Woche vereinbart werden, unterliegt aber den oben genannten Regeln. Mit einem privaten Krankentagegeld lassen sich ebenfalls Lücken schließen, aber auch Karenzzeiten beliebig steuern. So kann ein Selbständiger beispielsweise ein Krankentagegeld ab dem 1. Tag, der ersten Woche, der 3. oder 4. oder noch später beginnen lassen.

Die Überprüfung der Höhe und der aktuellen Einkommenssituation bezüglich des Krankentagegeldes sollte regelmäßig mit Ihrem Finanzberater besprochen werden, damit Sie im Krankheitsfall abgesichert sind.