Gemäß dem Motto: „OMG Du bist in der PKV“ wird die Private Krankenversicherung regelmäßig schlecht geredet. Häufig unmittelbar vor einer Bundestagswahl. Es werden immer wieder die selben Klischees bemüht, um auch eine mögliche Bürgerversicherung zu stärken. Auch in meinem Beratungsalltag erlebe ich immer wieder diese Klischees im Bewusstsein vieler potentieller PKV-Kunden. Es erfordert immer Aufklärung über die Systeme, Funktionsweisen und Abläufe des Systems der Krankenversicherung. Viele Verbraucher sind überrascht, haftet doch der ein oder andere Makel am Ruf der Privaten Krankenversicherung. Ein aktuelle Studie belegt, dass 89 Prozent aller PKV-Versicherten mit dem Gesundheitssystem in Deutschland zufrieden sind. Besonders mit der PKV sind die Versicherten zufrieden. Bei den GKV-Versicherten beläuft sich die Zufriedenheit auf nur 78 Prozent. Das sind beides im europäischen Vergleich Spitzenwerte und bescheinigen unserem Gesundheitssystem eine gute Note.

Unsere Erfahrung in der Finanzberatung zeigt aber dass Verbraucher sehr gut eine eigenverantwortliche Entscheidung treffen können. Es setzt die Kenntnis aller Vor- und Nachteile der Systeme und die pro und contra der PKV voraus. Eine Entscheidung ist dann möglich.

Beamte in der PKV

Gut 95 Prozent aller Beamten sind in der PKV mit Beihilfeanspruch versichert. Im Jahr 2018 hat die Hansestadt Hamburg als erstes Land die Wahlfreiheit für Neu-Beamte eingeführt. Das Land zahlt einen Zuschuss zur gesetzlichen Krankenkasse. Weitere Bundesländer diskutieren diesem Beispiel zu folgen. Berechnungen ergeben klar, dass für einen durchschnittlichen Beamtenhaushalt die PKV günstiger ist. Mit der Wahl der GKV gibt es keinerlei zukünftige Wahlmöglichkeit mehr. Der Beamte ist quasi an die Hansestadt gebunden. In anderen Bundesländern würde der Zuschuss nach einem Umzug fehlen. Der Versicherte muss die gesamte Prämie alleine tragen.

Zweiklassenmedizin

Immer wieder wird auf die Karte einer Zweiklassenmedizin gesetzt, und behauptet, wenn die PKV erst weg wäre würde es auch keine Unterschiede mehr geben. Dabei liegt die etwas andere Behandlung oder Bevorzugung nicht an der PKV, sondern vielmehr an der Budgetierung und Limitierung der Kassen. Auch der Blick über den Tellerrand zu unseren europäischen Nachbarn kann hier helfen. Bei unseren Nachbarn gibt es bereits lange eine Einheitsmedizin und -Kasse, wobei die Bevorzugung der Versicherten mit Zusatzschutz oder mit direkter Arztbezahlung vieler ausgeprägter ist als bei uns. Dies sollten wir lieber nicht ohne Not in Deutschland implementieren. Das Miteinander und auch die teilweise Quersubvention des GKV-Systems durch die PKV hat sich bewährt. Ob aber in Deinem individuellen Einzelfall die „OMG Du bist in der PKV“ oder die GKV die bessere Wahl ist, müssen wir unter Kenntnis aller Fakten in Ruhe besprechen.

Diese Artikel sind interessant:

So funktioniert der Beitragsentlastungstarif PKV

Preis-Leistungsverzeichnisse der PKV