Eine Unfallversicherung wie hoch abschließen, ist eine oft gestellte Versicherungsfrage. Wie hoch sollte eine Unfallversicherung sein? Wie legst Du die Versicherungssumme, Grundsumme oder Progression einer Unfallversicherung fest. Erfahre hier mehr über die Grundlagen und Bestimmung der Höhe einer Versicherungssumme.

Die Unfallversicherung – Grundsätzliches

Niemand ist vor einem Unfall geschützt, deshalb muss man finanzielle Vorsorge treffen. Jedes Jahr gibt es rund 9 Millionen Unfälle. Besonders Personen mit einem erhöhten Unfallrisiko brauchen die Versicherung. Der Versicherungsschutz umfasst alle Unfälle sowohl in der Freizeit, als auch während der Arbeit. Die Versicherung gilt weltweit. Verbleibt nach einem Unfall ein dauerhafter körperlicher Schaden leistet die Unfallversicherung. Der körperliche Schaden (Invalidität) wird in Prozent gemessen.  Der Körper ist hierzu in Prozentwerte unterteilt. Die Werte lassen sich aus der dem Unfallversicherungstarif zugrundeliegenden Gliedertaxe ersehen. So ergibt sich bei einer dauerhaften Schädigung oder dem Verlust z.B. eines Armes im Schultergelenk ein definierter Grad von 70 Prozent.

Unfallversicherung wie hoch sollte die Grundsumme sein

Die Versicherungssumme oder Grundsumme der privaten Unfallversicherung ist der Betrag der durch den Versicherer bei einer dauerhaften Schädigung des Körpers ausbezahlt wird. Die Höhe und die Festlegung der Grundsumme in der Unfallversicherung ist wichtig. Bei einer dauerhaften Invalidität wird die Versicherungssumme in Abhängigkeit der Höhe des Invaliditätsgrades  und der dem Unfalltarif zugrundeliegenden Gliedertaxe ausbezahlt. Der Grundsumme kommt hier eine wichtige Bedeutung zu, denn die Leistung in Prozent berechnet sich auf Basis dieser Versicherungssumme.

Beispiel: In Folge eines schweren Unfalls wird der Daumen dauerhaft geschädigt (Invaliditätsgrad 20 Prozent). Die Unfallversicherungssumme beträgt 100.000 Euro. Die Leistung beträgt folglich 20 Prozent von 100.000 Euro und damit 20.000 Euro.

Bei einer Schädigung mehrerer Bereiche werden die Invaliditätsgrade addiert. Wer beispielsweise sein Gehör (Invaliditätsgrad 30%) und das Sehen auf einem Auge (Invaliditätsgrad 50%) verliert, erhält in Summe 80 Prozent der vereinbarten Unfallversicherungssumme.

Die Höhe der Unfallversicherung kann nicht mehr als 100 Prozent der Versicherungssumme betragen. Mit dem Abschluss einer Progression kann die Grundsumme aber überproportional in Abhängigkeit der Progressionsstaffel erhöht werden. Diese Option wird empfohlen.

Erhöhung der Unfallversicherungssumme durch eine Progression

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Die Versicherungssumme oder Grundsumme kann durch das optionale Hinzufügen einer Progressionsstaffel erhöht werden. Häufige Staffeln sind 225, 350 oder eine 500 Prozent Staffel. Je höher der Grad der Invalidität, desto höher die Versicherungssumme.

Unfallversicherung wie hoch sollte die Progression sein

Im Rahmen unserer Praxis des Versicherungscheck begegnen uns oft Tarife mit niedrigen Grundsummen und dafür hohen Progressionen von 500 bis 1000 Prozent. Viele Leistungen spielen sich aber nicht im hohen Invaliditätsgrad ab, sondern oft im niedrigen Prozentbereich. Auch geringe Invaliditätsgrade schränken das Leben stark ein. Die Antwort auf die Frage zur „Höhe der Unfallversicherung oder die Unfallversicherung wie hoch abschließen“ lautet: Eine angemessen hohe Grundsumme mit gängig hoher Progressionsstaffel zu vereinbaren. Verbreitete Progressionen sind 225, 350 oder 500 Prozent.

Wie hoch sollte eine Unfallversicherung sein: die Faustformel

Tatsächlich gibt es keine ganz korrekte Antwort zur Höhe der Unfallversicherung, da die persönlichen Lebensumstände und Bedürfnisse sehr unterschiedlich ausfallen können. Dennoch gibt es in der Praxis eine Faustformel:

  • für Alter bis 30 Jahre empfiehlt sich das 6-fache Bruttojahreseinkommen,
  • für Alter bis 40 Jahre empfiehlt sich das 5-fache Bruttojahreseinkommen,
  • für Alter bis 50 und höher, empfiehlt sich das 4-fache Bruttojahreseinkommen.
wie hoch sollte eine Unfallversicherung sein Tarifrechner
Wie hoch sollte eine Unfallversicherung sein – der Tarifrechner

Kapitalleistung und eine Unfallrente zusätzlich

Unfallrenten lassen sich vereinbaren, allerdings sollte hier auf den Preis und den auslösenden Invaliditätsgrad geachtet werden. Unfallrenten leisten in der Regel ab einem Grad von 50 Prozent, oder auch bereits ab 20 Prozent. Über eine ausreichend hohe Unfallsumme bzw. Versicherungssumme kann aber ebenfalls per monatlicher Entnahme eine Unfallrente dargestellt werden. Kern einer Unfallpolice stellt die Grundsumme dar. Für den Ausgleich eines unfallbedingten Einkommensausfalls bietet eine Berufsunfähigkeitsversicherung und eine Krankentagegeldversicherung, eine bessere Absicherung als eine Unfall-Rente.

Unfallversicherung wie hoch ist der Beitrag

Neben den Basiselementen der Grundsumme, Progression und Unfallrente, bestimmen additive Zusatzleistungen den Beitrag. Es gibt Zusatzleistung in Form von Krankenhaus- und Genesungsgeld, einer Todesfallleistung, Bergungskosten, kosmetische Operationen oder Kurkostenbeihilfen. Nicht alle Zusatzleistungen sind dabei vorrangig.

Einige Zusätze sind sinnvoll, einige nachrangig sinnvoll und manche weniger wichtig. Manche Zusätze  blähen einen Versicherungsschutz auf, und bieten wenig oder begrenzte Gegenleistung. Einige Leistungen sind in alternativen Versicherungen besser versichert. Beispielsweise leistet ein Unfallkrankenhaustagegeld ausschließlich bei der Einweisung und dem Aufenthalt im Krankenhaus in Folge eines Unfalls, nicht aber bei Einweisung in Folge einer Krankheit. Ein Krankentagegeld wäre der bessere und umfänglichere Versicherungsschutz. Gleiches trifft auf die Leistung im Todesfall zu, diese zahlt bei Tod durch Unfall, nicht aber bei Tod durch Krankheit. Besser wäre hier eine Risikolebensversicherung, die umfänglicheren Schutz bietet.

Beispiel eines Vergleichs unterschiedlicher Höhen einer Unfallversicherung

Darauf musst Du achten

Die Leistungs- und Beitragsunterschiede bei Unfallversicherungen sind enorm. Neben der Frage zur richtigen Höhe einer Unfallversicherung spielen viele weitere Punkte eine Rolle. Wir empfehlen deshalb immer eine umfangreiche persönliche Versicherungsberatung durch uns, oder für eine erste allgemeine Information die Verbraucherzentrale. Alternativ kannst Du Dir mit unserem Vergleichsrechner zur Unfallversicherung einen ersten Überblick über Preise und Leistungen verschaffen.