Was sind eigentlich Vermittlertypen Versicherung – Hättest Du es gewusst? Gestern im Kundengespräch wieder vernommen: „Das hat mein Versicherungsmakler der Allianz gemacht.“ Daran falsch ist, dass eine einzelne Versicherungsgesellschaft nur Versicherungsvertreter beschäftigt und keine Makler. Schon mal sowas gehört: „Mein Versicherungsmakler hat mir drei Anbieter gezeigt und empfohlen“. Daran nicht gut ist die Begrenzung auf die Zahl Drei, kann ein unabhängiger Versicherungsmakler doch aus dem Gesamtmarkt – der mit unabhängigen Beratern zusammenarbeitenden Versicherungen auswählen. Aber auch vermeintliche „Experten“ tun sich mit der Vielfalt der Vermittlertypen Versicherung schwer, so zuletzt die Stiftung Finanztest, welche in der Ausgabe 7/2019 beim Test von Berufsunfähigkeitsversicherungen von Maklern sprechen, die viele Versicherungen „vertreten“ oder von Versicherungsberatern die keine Verträge „vermitteln“. Zugegeben das ganze Bezeichnungschaos ist für einen Otto Normalverbraucher suboptimal, daher an dieser Stelle ein paar Ausführungen zu den verschiedenen Typen im Versicherungsbereich:

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Versicherungsvertreter

Ein Versicherungsvertreter (§34d Abs. 1 Nr. 1 GewO) kann ausschließlich Verträge eines (eventuell zur Gruppe gehörend, mehrere) Versicherers abschließen. Er arbeitet vertraglich für diesen Versicherer und ist damit beauftragt dessen Produkte zu vertreiben. Er steht nicht im Lager des Verbrauchers. Er ist als „abhängig“ von seinem Versicherer zu bezeichnen. Er kennt folglich sein einziges Produkt, nicht aber weitere Alternativen oder den Gesamtmarkt. Dafür kennt er sich meist sehr gut in seinen Versicherungen aus.

Versicherungsmakler

Der Versicherungsmakler (§34d Abs. 1 Nr. 2 GewO) wird im Auftrag seines Kunden mit der Vermittlung und dem Abschluss von Versicherungen betraut. Er steht folglich im Lager des Kunden. Als Sachwalter ist er Auge und Ohr für Auftraggeber. Er ist völlig frei in der Auswahl einer Versicherung, daher spricht man von „unabhängig“. Die Entlohnung kann weitläufig über Provision oder Honorar erfolgen. Zu seinen Aufgaben zählt das Berücksichtigen von einer „hinreichend großen Anzahl an Versicherungen“ für seine Mandanten. Bei einer Entlohnung über den vermittelnden Versicherer spricht man nicht selten von einem Interessenkonflikt. Die kundenorientierte unabhängige Versicherungsberatung ist den großen Versicherern ein Dorn im Auge, da diese außerhalb Ihrer Steuerungsmöglichkeiten verläuft und man sich einen freien Wettbewerb stellen muss. Dieser gelebte Verbraucherschutz der Versicherungsmakler ist gelebter Verbraucherschutz und hat aber im Gegensatz zu den großen Versicherern nur einen kleinen Marktanteil und eine noch kleinere Lobby.

Versicherungsberater

Versicherungsberater (§34d Abs. 1 Nr. 1 GewO) beraten ausschließlich zu Versicherungen und dürfen keine Provisionen von selbigen vereinnahmen. Die Vergütung läuft ausschließlich über Honorar des Auftraggebers. Der Berater darf aber auch eine Vermittlung durchführen, solange er daraus keine Zuwendung erhält. Diese objektive Beratung ist löblich, nur leider gibt es sehr wenige Versicherungsberater für Privatkunden. Dies mag an der mangelnden Bereitschaft der Verbraucher liegen für Beratung Geld auszugeben, oder aber an der schwierigen Materie.

Honorar oder Provision bei Vermittlertypen Versicherung

Ist nun ein Versicherungsmakler besser als ein Versicherungsberater, oder andersherum? In der strengen Auslegung spricht man bei der Vereinnahmung von Honoraren von unabhängig. Jedoch ist nicht automatisch ein Berater welcher Provision erhält automatisch abhängig. Es steht dem ungebundenen Vermittler auch frei, ein Honorar mit seinen Kunden zu vereinbaren. Aus unserer Sicht gibt es gute und schlechte Vermittlertypen Versicherung, sowohl auf Honorar- und Provisionsseite. Wir praktizieren daher beide Modelle, ganz zum Wohle und Vorteil unserer Mandanten.