Ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) für Beamte sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind vor allem dein Beamtenstatus, deine bisherige Dienstzeit und deine persönliche Lebenssituation. Während einige Beamte bereits abgesichert sind, entstehen bei anderen erhebliche Versorgungslücken. Genau hier setzt diese Seite an: Sie zeigt dir transparent, wann eine BU sinnvoll ist – und wann nicht.
Viele Beamte gehen davon aus, dass sie im Fall einer Dienstunfähigkeit automatisch ausreichend versorgt sind. Das ist jedoch ein häufiger Irrtum. Die staatliche Absicherung greift nicht immer sofort, nicht immer in voller Höhe und nicht in jedem Fall.
Gerade in den ersten Jahren der Beamtenlaufbahn kann eine Erkrankung oder ein Unfall gravierende finanzielle Folgen haben. Deshalb ist es wichtig, früh zu verstehen, wie gut du wirklich abgesichert bist.
Beratung zur Berufsunfähigkeit für Beamte
Die Dienstunfähigkeit-Klausel ist ein wichtiger Aspekt bei der Entscheidung für eine Berufsunfähigkeitsversicherung.
Besonders junge Beamte profitieren. Eine Erkrankung kann jeden treffen und die finanzielle Situation und Lebensstandard beeinträchtigen.
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BU für Beamte auf Widerruf – fast immer sinnvoll
Beamte auf Widerruf, insbesondere Beamtenanwärter, haben keinen Anspruch auf eine staatliche Versorgung, wenn sie dienstunfähig werden. In diesem Fall endet das Beamtenverhältnis – oft ohne finanzielle Absicherung.
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann hier entscheidend sein, um das Einkommen abzusichern und den Übergang in eine neue berufliche Situation zu ermöglichen. 👉 BU-Bedarf für Anwärter prüfen
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BU für Beamte auf Probe – oft die wichtigste Absicherung
Beamte auf Probe haben zwar erste Ansprüche, diese reichen jedoch häufig nicht aus, um den bisherigen Lebensstandard zu sichern. Zudem ist der Anspruch von der Ursache der Dienstunfähigkeit abhängig.
Eine BU kann in dieser Phase helfen, finanzielle Risiken abzufedern – insbesondere, wenn noch keine langfristige Versorgung aufgebaut wurde.
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BU für Beamte auf Lebenszeit – sinnvoll oder überflüssig?
Beamte auf Lebenszeit haben grundsätzlich Anspruch auf eine Dienstunfähigkeitsversorgung. Dennoch entstehen auch hier oft Versorgungslücken, etwa durch Wartezeiten, Abschläge oder eine geringere Versorgung bei kurzer Dienstzeit.
Ob eine BU sinnvoll ist, hängt davon ab, wie hoch dein tatsächlicher Absicherungsbedarf ist und ob du Einkommenslücken realistisch schließen kannst.
Dienstunfähigkeit und Berufsunfähigkeit werden häufig gleichgesetzt – sind aber nicht identisch. Dienstunfähigkeit liegt vor, wenn du deinen Dienst dauerhaft nicht mehr ausüben kannst. Berufsunfähigkeit hingegen bezieht sich auf deinen zuletzt ausgeübten Beruf insgesamt.
Das bedeutet: Es gibt Situationen, in denen keine Dienstunfähigkeit festgestellt wird, obwohl du deinen Beruf faktisch nicht mehr ausüben kannst. Genau hier kann eine BU greifen und zusätzliche Sicherheit bieten.
Beispiel 1: Berechnung Versorgungslücke A13 Stufe 2 Beamter Hessen
Beispielhafte Versorgung bei Dienstunfähigkeit eines Beamten im Vergleich zum Nettoeinkommen (nach PKV) A13 Stufe 2 (verbeamtet auf Lebenszeit, nach Beamtenversorgungsgesetz (BeamtVG).
Beispiel eines Lehrers A13
Ein Lehrer in Hessen mit Besoldung A13 bezieht ein Nettogehalt von 3555 Euro monatlich (Beispiel 1). Das Ruhegehalt bei Eintritt der Dienstunfähigkeit beträgt 1555 Euro. Die Versorgungslücke des Beamten auf Lebenszeit beträgt 2000 Euro. Ein Beamtenanwärter oder Beamter auf Probe hätte eine Lücke von 3555 Euro im Monat.
Berufsunfähigkeitsversicherung ohne DU-Klausel
Eine klassische BU zahlt, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben kannst. Bei Werten unterhalb dieser Prozentgrenze gilt man als berufsfähig. Ohne spezielle DU-Klausel ist die Leistung jedoch nicht automatisch an die Feststellung der Dienstunfähigkeit gekoppelt.
❓ „Beamte brauchen keine Berufsunfähigkeitsversicherung“
Diese Aussage stimmt nur eingeschränkt. Viele Beamte sind in bestimmten Phasen ihrer Laufbahn gar nicht oder nur unzureichend abgesichert.
❓ „Dienstunfähigkeit ist automatisch abgesichert“
Die Absicherung hängt vom Beamtenstatus, der Dienstzeit und der Ursache der Dienstunfähigkeit ab. Ein Automatismus besteht nicht.
❓ „Eine BU lohnt sich nur für Angestellte“
Auch Beamte können durch Krankheit oder Unfall dauerhaft ihren Beruf nicht mehr ausüben. Die BU kann deshalb auch für Beamte sinnvoll sein.
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Einfluss von Alter, Gesundheitszustand und Laufbahn
Je jünger und gesünder du beim Abschluss bist, desto günstiger ist in der Regel der Beitrag. Auch deine Laufbahn und Tätigkeit spielen eine Rolle.
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Warum frühe Absicherung für Beamte günstiger ist
Ein früher Abschluss kann nicht nur günstiger sein, sondern auch den Zugang zu besseren Vertragsbedingungen erleichtern – insbesondere bei später auftretenden Erkrankungen.
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Hohe Rücklagen oder alternative Absicherung
Wer über ausreichend finanzielle Rücklagen oder andere Einkommensquellen verfügt, kann mögliche Versorgungslücken selbst abfedern.
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Später Einstieg mit gesundheitlichen Einschränkungen
Bei schweren Vorerkrankungen kann eine BU teuer oder gar nicht mehr möglich sein. In solchen Fällen sind Alternativen zu prüfen.
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Beamtenanwärter und junge Beamte
Gerade zu Beginn der Laufbahn bestehen die größten Versorgungslücken. Eine BU kann hier existenziell wichtig sein.
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Beamte mit Familie oder laufenden Verpflichtungen
Wer Verantwortung trägt, sollte sicherstellen, dass im Ernstfall laufende Kosten weiterhin gedeckt sind.
Tipp: Beiträge steuerlich absetzbar gestalten
Eine steuerliche Entlastung bietet die Kombination mit einer Rürup Rente für Beamte. Die Beiträge für den Vertrag sind vollständig steuerlich absetzbar.
Ist eine BU für Beamtenanwärter sinnvoll? Antwort: In den meisten Fällen ja, da keine staatliche Versorgung besteht.
Was ist eine DU-Klausel und brauche ich sie? Sie kann sinnvoll sein, ist aber nicht in jedem Fall notwendig.
Zahlt eine BU auch bei allgemeiner Berufsunfähigkeit? Ja, abhängig von den vertraglichen Bedingungen.
Kann ich meine BU später anpassen oder kündigen? Viele Verträge bieten Anpassungsmöglichkeiten, etwa bei Gehaltssteigerungen.
Wer stellt die DU fest? Allein dein Dienstherr entscheidet, eventuell mit einem Amtsarzt.
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Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Berufsunfähigkeitsversicherung Beratung. Eine abschließende Beurteilung ist nur auf Basis persönlicher Daten möglich.

