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Unfallversicherung wie hoch? Die richtige Grundsumme bestimmen 

Wie hoch eine private Unfallversicherung sein sollte, lässt sich nicht mit einer einzigen Versicherungssumme beantworten. Entscheidend ist vor allem die Invaliditätsgrundsumme – also der Betrag, auf dessen Basis die Leistung bei einer dauerhaften unfallbedingten Invalidität berechnet wird.

Als Orientierung werden häufig Mindestgrundsummen oder Faustformeln verwendet, die sich am Einkommen und am Alter orientieren. Sie können einen ersten Anhaltspunkt geben, ersetzen aber keine individuelle Betrachtung. Denn für die Gestaltung des Versicherungsschutzes spielen auch Progression, Gliedertaxe, Vertragsbedingungen, vorhandene Rücklagen und weitere Absicherungen eine Rolle. Wie hoch die Leistung nach einem Unfall tatsächlich ausfällt, hängt zusätzlich vom festgestellten Invaliditätsgrad ab.

Wie hoch sollte die Unfallversicherung sein? 

✅ Eine pauschal richtige Grundsumme gibt es nicht.

✅ Faustformeln können eine erste Orientierung für die Höhe der Versicherungssumme geben.

✅ Die Grundsumme bestimmt die Ausgangsbasis der Invaliditätsleistung.

✅Eine Progression erhöht die Leistung insbesondere bei höheren Invaliditätsgraden, ersetzt aber keine sinnvoll gewählte Grundsumme.

👉 Entscheidend ist nicht nur die Höhe der Unfallversicherung, sondern wie der Vertrag zu Deiner finanziellen Gesamtsituation und weiteren Absicherungen passt.

Was leistet eine private Unfallversicherung?

Die private Unfallversicherung soll vor allem die finanziellen Folgen einer dauerhaften unfallbedingten Beeinträchtigung abfedern. Eine zentrale Leistung ist die Invaliditätsleistung: Bleibt nach einem versicherten Unfall eine dauerhafte Beeinträchtigung zurück, wird die vereinbarte Kapitalleistung anhand der Grundsumme und des festgestellten Invaliditätsgrads berechnet.

Je nach Tarif können weitere Leistungen vereinbart sein, beispielsweise eine Unfallrente, eine Todesfallleistung, Krankenhaustagegeld oder Leistungen für Bergungs- und Rettungskosten. Welche Leistungen tatsächlich versichert sind, ergibt sich immer aus dem jeweiligen Vertrag.

Nach den Musterbedingungen AUB 2020 des GDV besteht der Versicherungsschutz grundsätzlich weltweit und rund um die Uhr. Die konkreten Bedingungen eines Versicherers können davon jedoch abweichen.

Wie hoch sollte die Grundsumme sein? Die Faustformel als Ausgangspunkt 

Für die Höhe der Invaliditätsgrundsumme einer privaten Unfallversicherung gibt es keine pauschal richtige Zahl. Als erste Orientierung nennt beispielsweise die Verbraucherzentrale für Berufstätige eine altersabhängige Faustformel, die das Bruttojahreseinkommen berücksichtigt.

🟢 bis etwa 30 Jahre: ungefähr das 6-Fache des Bruttojahreseinkommens

🟢 bis etwa 40 Jahre: ungefähr das 5-Fache des Bruttojahreseinkommens

🟢 bis etwa 50 Jahre: ungefähr das 4-Fache des Bruttojahreseinkommens

Verdienst Du beispielsweise 60.000 Euro brutto im Jahr und bist 40 Jahre alt, ergibt die Faustformel eine Grundsumme von rund 300.000 Euro.

⚠️ Das ist ein sinnvoller erster Orientierungspunkt. Eine individuelle Bedarfsermittlung ersetzt die Formel jedoch nicht.

Warum die Faustformel allein nicht ausreicht 

Die Frage „Wie hoch sollte meine Unfallversicherung sein?“ lässt sich nicht allein über das Einkommen beantworten. Entscheidend ist vielmehr, welcher zusätzliche Kapitalbedarf entstehen könnte, wenn ein schwerer Unfall dauerhaft Auswirkungen auf Dein Leben hat.

Zwei Personen mit demselben Einkommen können deshalb trotz identischer Faustformel einen sehr unterschiedlichen Absicherungsbedarf haben.

Relevant sind unter anderem:

  • Deine finanziellen Verpflichtungen

    Bestehen Immobilienkredite, andere Darlehen oder laufende Verpflichtungen gegenüber Deiner Familie, kann ein dauerhafter gesundheitlicher Schaden erhebliche finanzielle Auswirkungen haben.

  • Deine vorhandenen Rücklagen und Dein Vermögen

    Wer bereits über größere liquide Rücklagen oder frei verfügbares Vermögen verfügt, kann bestimmte finanzielle Folgen selbst auffangen. Bei geringen Rücklagen kann dagegen ein höherer zusätzlicher Kapitalbedarf bestehen.

  • Deine Wohnsituation

    Nach einem schweren Unfall können beispielsweise Umbauten am Wohnraum, ein barrierefreies Badezimmer, ein Treppenlift oder ein Fahrzeugumbau erforderlich werden. Solche einmaligen Kosten sind ein typischer Grund dafür, weshalb die Unfallversicherung häufig als Kapitalabsicherung verstanden wird.

  • Deine bereits bestehenden Versicherungen

    Eine Berufsunfähigkeitsversicherung, Krankentagegeld oder andere Absicherungen können bestimmte finanzielle Risiken bereits abdecken. Sie ersetzen eine Unfallversicherung nicht automatisch, müssen aber bei der Gesamtbetrachtung berücksichtigt werden.

  • Deine familiäre Situation

    Kinder, ein nicht oder nur teilweise erwerbstätiger Partner oder andere finanzielle Verpflichtungen können den Absicherungsbedarf verändern.

Beispiel: Gleiche Formel, unterschiedlicher Bedarf

Nehmen wir zwei 40-jährige Personen mit einem Jahresbruttoeinkommen von jeweils 60.000 Euro.

Nach der Faustformel ergibt sich bei beiden zunächst:

60.000 Euro × 5 = 300.000 Euro Grundsumme

Auf den ersten Blick scheint der Bedarf identisch zu sein.

Person A lebt zur Miete, hat keine Kinder, hohe liquide Rücklagen und bereits eine leistungsstarke Berufsunfähigkeitsversicherung.

Person B hat zwei Kinder, eine laufende Immobilienfinanzierung, geringe Rücklagen und einen erheblichen Teil des Familieneinkommens zu tragen.

Die rechnerische Orientierung ist bei beiden dieselbe. Die finanziellen Folgen eines schweren Unfalls können jedoch vollkommen unterschiedlich sein.

Genau deshalb sollte die Faustformel nicht als fertige Empfehlung verstanden werden, sondern als Ausgangspunkt für die weitere Prüfung.

Entscheidend ist der Kapitalbedarf – nicht nur das Einkommen 

Eine fachlich sinnvollere Betrachtung beginnt deshalb nicht mit der Frage:

👉 „Welche Versicherungssumme ist üblich?“

Sondern mit:

👉 „Welche finanziellen Folgen müsste ich im Fall einer dauerhaften unfallbedingten Beeinträchtigung auffangen können?“

Dabei lassen sich vereinfacht drei Bereiche unterscheiden:

1. Einmaliger Kapitalbedarf

Nach einem schweren Unfall können kurzfristig größere Kosten entstehen, zum Beispiel für:

• Umbauten an Haus oder Wohnung

• ein behindertengerechtes Fahrzeug

• zusätzliche Hilfsmittel

• Unterstützung im Haushalt

• Veränderungen des Arbeitsplatzes oder des privaten Umfelds

Diese Kosten können unabhängig davon entstehen, ob das laufende Einkommen weiterhin vollständig erzielt werden kann.

2. Bestehende finanzielle Verpflichtungen

Zusätzlich sollte geprüft werden, welche langfristigen Verpflichtungen bestehen. Dazu können insbesondere Immobilienfinanzierungen, Unterhaltsverpflichtungen oder die finanzielle Verantwortung für Kinder gehören.

Je höher diese Verpflichtungen sind und je geringer die vorhandenen Rücklagen ausfallen, desto wichtiger wird eine ausreichend dimensionierte Kapitalabsicherung.

3. Bereits vorhandene Absicherung

Die Unfallversicherung sollte niemals vollkommen isoliert betrachtet werden.

Besteht beispielsweise bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung, kann diese bei erfüllten Voraussetzungen einen längerfristigen Einkommensausfall absichern. Eine Unfallversicherung verfolgt dagegen einen anderen Ansatz und leistet entsprechend der vereinbarten Vertragsbedingungen bei unfallbedingter Invalidität.

Für die richtige Höhe der Unfallversicherung ist deshalb entscheidend, welche Risiken bereits an anderer Stelle abgesichert sind und welcher zusätzliche Kapitalbedarf tatsächlich verbleibt.

Grundsumme und Progression müssen zusammenpassen

Ein weiterer häufiger Fehler besteht darin, ausschließlich auf die maximale Versicherungsleistung zu achten.

Eine Unfallversicherung kann beispielsweise mit einer vergleichsweise niedrigen Grundsumme und einer sehr hohen Progression ausgestattet sein. Die ausgewiesene Maximalleistung bei vollständiger Invalidität wirkt dann auf den ersten Blick hoch.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass auch bei niedrigeren oder mittleren Invaliditätsgraden eine ausreichend hohe Leistung zur Verfügung steht.

Deshalb solltest Du immer mindestens drei Werte gemeinsam betrachten:

1. die Invaliditätsgrundsumme

Sie bildet die Ausgangsbasis für die Berechnung der Leistung.

2. den festgestellten Invaliditätsgrad

Er bestimmt zusammen mit den Vertragsbedingungen, welcher Anteil der Grundsumme berücksichtigt wird.

3. die vereinbarte Progression

Sie erhöht die Versicherungsleistung insbesondere bei höheren Invaliditätsgraden überproportional.

Eine hohe Progression kann deshalb eine zu niedrig angesetzte Grundsumme nicht automatisch ausgleichen.

Erhöhung der Unfallversicherungssumme durch eine Progression

Die Versicherungssumme oder Grundsumme kann durch das optionale Hinzufügen einer Progressionsstaffel erhöht werden. Häufige Staffeln sind 225, 350 oder eine 500 Prozent Staffel. Je höher der Grad der Invalidität, desto höher die Versicherungssumme.

Nicht nur Grundsumme und Progression prüfen: der Mitwirkungsanteil

Neben Grundsumme und Progression können auch die Vertragsbedingungen erheblichen Einfluss auf die tatsächliche Leistung haben. Dazu gehört der sogenannte Mitwirkungsanteil.

Haben bereits bestehende Krankheiten oder Gebrechen an den Unfallfolgen mitgewirkt, kann der Versicherer die Leistung entsprechend den vereinbarten Bedingungen reduzieren. Entscheidend ist deshalb, ab welchem Mitwirkungsanteil der jeweilige Tarif eine Kürzung vorsieht.

Die Musterbedingungen AUB 2020 sehen beispielsweise vor, dass bei einem Mitwirkungsanteil von weniger als 25 Prozent keine Minderung vorgenommen wird. Leistungsstärkere Tarife können für Versicherte günstigere Regelungen enthalten.

Unsere Einordnung: Die Faustformel ist ein Plausibilitätscheck, keine Bedarfsermittlung 

Die 6-/5-/4-Faustformel eignet sich gut, um eine bestehende Versicherung zunächst grob einzuordnen.

Liegt die vorhandene Grundsumme deutlich unter dem daraus resultierenden Orientierungswert, ist das ein Anlass, den Vertrag genauer anzusehen. Liegt sie darüber, bedeutet das umgekehrt noch nicht automatisch, dass die Unfallversicherung optimal gestaltet ist.

Für eine belastbare Einschätzung sollten zusätzlich mindestens folgende Punkte geprüft werden:

• tatsächlicher Kapitalbedarf

• vorhandenes Vermögen und Rücklagen

• Immobilien- und Kreditverpflichtungen

• familiäre Verpflichtungen

• bestehende Berufsunfähigkeits- und Einkommensabsicherung

• Höhe der Grundsumme

• Progressionsstaffel

• Gliedertaxe

• Mitwirkungsregelungen

• weitere relevante Vertragsbedingungen

👉 Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur, wie hoch Deine Unfallversicherung ist, sondern ob ihre Leistungen zu Deiner tatsächlichen finanziellen Situation passen.

Du hast bereits eine Unfallversicherung?

Wenn Du wissen möchtest, ob Grundsumme, Progression und Vertragsbedingungen Deiner bestehenden Unfallversicherung noch zu Deiner heutigen Situation passen, sollte der Vertrag nicht nur anhand einer einzelnen Kennzahl bewertet werden.

Im Rahmen unserer Versicherungsanalyse betrachten wir bestehende Versicherungen deshalb im Zusammenhang mit Deiner finanziellen Situation, vorhandenen Absicherungen und möglichen Überschneidungen oder Versorgungslücken.

👉 Bestehende Versicherungen analysieren lassen →

Hinweis: Die genannten Faustformeln und Beispiele dienen der allgemeinen Orientierung. Welche Versicherungssumme und Vertragsgestaltung im Einzelfall angemessen sind, hängt von der persönlichen und finanziellen Situation sowie den konkreten Versicherungsbedingungen ab.

wie hoch sollte eine unfallversicherung sein tarifrechner

Beispielhaftes Ergebnis der Berechnung einer Invaliditätsleistung.

unfallversicherung hoehe

Unfallrente oder einmalige Kapitalleistung? 

Neben einer einmaligen Invaliditätsleistung kann je nach Tarif auch eine Unfallrente vereinbart werden. Häufig setzt die volle Unfallrente einen bestimmten Mindestinvaliditätsgrad voraus; beim Bund der Versicherten wird als üblicher Wert beispielsweise mindestens 50 Prozent genannt.

Für den dauerhaften Ersatz von Erwerbseinkommen ist eine Unfallrente jedoch nur eingeschränkt geeignet, weil sie ausschließlich an unfallbedingte Ereignisse anknüpft. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann – abhängig von ihren Voraussetzungen und Bedingungen – auch bei Berufsunfähigkeit infolge einer Krankheit leisten.

Deshalb sollte die Unfallversicherung nicht isoliert als Einkommensabsicherung betrachtet werden.

Welche Zusatzleistungen sind bei der Unfallversicherung wichtig? 

Neben Grundsumme und Progression können Unfallversicherungen zahlreiche Zusatzleistungen enthalten, etwa Krankenhaustagegeld, Genesungsgeld, Todesfallleistungen, Bergungskosten oder Leistungen für kosmetische Operationen.

Mehr Leistungen bedeuten jedoch nicht automatisch einen besseren Versicherungsschutz. Entscheidend ist, ob ein Zusatzbaustein ein relevantes Risiko absichert oder lediglich Leistungen ergänzt, die bereits über andere Versicherungen oder vorhandene Rücklagen abgedeckt sind.

Deshalb sollte bei der Prüfung eines Vertrags zunächst die Absicherung dauerhafter Unfallfolgen im Mittelpunkt stehen.

Fachlich geprüft

Dieser Ratgeber wurde von Dipl.-Kfm. André Perko, Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1 GewO bei FINANCEDOOR, fachlich geprüft.

Schwerpunkt der Prüfung waren die Einordnung der Invaliditätsgrundsumme, das Zusammenspiel von Grundsumme und Progression sowie die Abgrenzung zu weiteren Formen der persönlichen Absicherung.

Zuletzt fachlich geprüft: September 2026

Mehr über André Perko

Experteneinschätzung:

„Eine Faustformel kann bei der Höhe der Unfallversicherung eine erste Orientierung geben. Für eine sinnvolle Einordnung müssen jedoch Grundsumme, Progression, Vertragsbedingungen, vorhandene Rücklagen und bereits bestehende Absicherungen gemeinsam betrachtet werden.“

Transparenz: FINANCEDOOR ist im Versicherungsbereich als Versicherungsmakler gemäß § 34d Abs. 1 GewO tätig. Angaben zu Vermittlerstatus, Registrierung und gesetzlichen Pflichtinformationen findest Du in unserer Erstinformation.

Die Inhalte dieses Ratgebers dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Prüfung der persönlichen Situation oder eines konkreten Versicherungsvertrags.

Häufige Fragen zur Höhe der Unfallversicherung 

  • Wie hoch sollte die Grundsumme einer Unfallversicherung sein?

    Eine pauschal richtige Grundsumme gibt es nicht. Als Orientierung nennt die Verbraucherzentrale für Berufstätige eine Faustformel, die Alter und Bruttojahreseinkommen berücksichtigt: Mit 30 Jahren das Sechsfache, mit 40 Jahren das Fünffache und mit 50 Jahren das Vierfache des Bruttojahreseinkommens. Der Bund der Versicherten nennt bei leistungsstarken Tarifen mindestens 100.000 Euro Invaliditätsgrundsumme als Orientierungsgröße. Solche Werte ersetzen jedoch keine individuelle Bedarfsermittlung. Beides ist fragwürdig.

    Entscheidend ist unter anderem, welche finanziellen Verpflichtungen, Rücklagen und weiteren Absicherungen bereits vorhanden sind.

  • Reichen 100.000 Euro Grundsumme bei einer Unfallversicherung aus?

    100.000 Euro als pauschale Orientierungsgröße ist nicht automatisch für jede Person ausreichend. Der Bund der Versicherten nennt mindestens 100.000 Euro als Kriterium für eine gute Unfallversicherung. Ob diese Summe im konkreten Fall ausreicht, hängt jedoch beispielsweise von Einkommen, Vermögen, laufenden Verpflichtungen und bereits bestehenden Absicherungen ab.

    Gerade bei älteren Verträgen lohnt sich deshalb ein Blick darauf, ob die ursprünglich vereinbarte Grundsumme noch zur heutigen finanziellen Situation passt.

  • Was ist der Unterschied zwischen Grundsumme und Invaliditätsleistung?

    Die Grundsumme, auch Invaliditätsgrundsumme genannt, ist die vertraglich vereinbarte Basis für die Berechnung der Leistung. Wie viel die Versicherung nach einem Unfall tatsächlich auszahlt, hängt insbesondere vom festgestellten Invaliditätsgrad, der Gliedertaxe und einer eventuell vereinbarten Progression ab.

    Eine Grundsumme von 100.000 Euro bedeutet deshalb nicht, dass bei jeder dauerhaften Beeinträchtigung automatisch 100.000 Euro ausgezahlt werden.

  • Wie wird die Invaliditätsleistung einer Unfallversicherung berechnet?

    Ohne Progression wird die Grundsumme grundsätzlich entsprechend dem festgestellten Invaliditätsgrad berücksichtigt. Bei einer Grundsumme von 100.000 Euro und einem Invaliditätsgrad von 40 Prozent wären das beispielsweise 40.000 Euro, sofern keine weiteren tariflichen Regelungen die Berechnung verändern.

    Ist eine Progression vereinbart, kann die Leistung bei höheren Invaliditätsgraden überproportional steigen. Die genaue Berechnung richtet sich nach der im jeweiligen Vertrag vereinbarten Progressionsstaffel.

  • Welche Progression sollte eine Unfallversicherung haben?

    Häufig werden Progressionsmodelle mit 500 oder 350 Prozent angeboten. Welche Kombination sinnvoll ist, lässt sich jedoch nicht anhand der Progression allein beurteilen.

    Wichtig ist insbesondere das Zusammenspiel mit der Grundsumme. Eine hohe Progression kann eine zu niedrig angesetzte Grundsumme nicht automatisch ausgleichen.

    Beispiel: 1000 Prozent Progression, aber nur 20.000 Euro Grundsumme.

  • Ist eine hohe Grundsumme oder eine hohe Progression wichtiger?

    Beides erfüllt unterschiedliche Funktionen. Die Grundsumme bildet die Basis der Invaliditätsleistung. Die Progression sorgt dagegen dafür, dass die Leistung bei höheren Invaliditätsgraden stärker ansteigt.

    Gerade bei niedrigeren Invaliditätsgraden wirkt sich eine Progression häufig wenig oder gar nicht aus. Ein Vertrag mit niedriger Grundsumme und sehr hoher Progression kann deshalb bei weniger schweren Invaliditäten eine vergleichsweise geringe Leistung vorsehen.

    Deshalb sollte nicht nur auf die maximale Leistung bei 100 Prozent Invalidität geschaut werden.

  • Ersetzt eine Unfallversicherung eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

    Nein. Beide Versicherungen sichern unterschiedliche Risiken ab. Eine private Unfallversicherung leistet grundsätzlich bei den vertraglich versicherten Folgen eines Unfalls. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann dagegen auch dann leisten, wenn die Berufsunfähigkeit beispielsweise durch eine Krankheit entsteht.

Passt Deine bestehende Unfallversicherung noch zu Deiner Situation? 

Grundsumme und Progression sind wichtige Kennzahlen – sie sagen allein aber noch wenig darüber aus, wie gut ein bestehender Vertrag tatsächlich zu Deiner heutigen Absicherung passt.

Im Rahmen der FINANCEDOOR Versicherungsanalyse betrachten wir bestehende Versicherungen deshalb im Zusammenhang: Welche Risiken sind bereits abgesichert? Wo bestehen Überschneidungen oder Lücken? Und passen Leistungen und Vertragsgestaltung noch zur heutigen finanziellen Situation?

Quellen und weiterführende Informationen

Für die Erstellung und fachliche Prüfung dieses Ratgebers wurden unter anderem Informationen unabhängiger Verbraucherorganisationen sowie einschlägige Versicherungsbedingungen und Fachinformationen berücksichtigt.

Beispielhafte Quellen:

→ Verbraucherzentrale – Informationen zur privaten Unfallversicherung

→ Bund der Versicherten – Informationen und Kriterien zur Unfallversicherung

→ Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft – Informationen zur privaten Unfallversicherung

→ Allgemeine Unfallversicherungsbedingungen des jeweils betrachteten Versicherers

Hinweis: Versicherungsbedingungen können sich je nach Anbieter und Tarif unterscheiden. Maßgeblich für den konkreten Versicherungsschutz sind immer die Bedingungen des jeweiligen Versicherungsvertrags.

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