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1 Million Euro anlegen: So strukturierst Du Dein Vermögen sinnvoll 

Eine Million Euro anzulegen ist weniger eine Frage nach dem „besten Investment“ als nach der richtigen Vermögensstruktur. Entscheidend ist, welcher Teil des Kapitals kurzfristig verfügbar bleiben soll, welcher Betrag langfristig investiert werden kann und welche Risiken zu Deiner persönlichen Situation passen

In diesem Ratgeber zeigen wir Dir, wie sich eine Million Euro strukturiert einordnen lässt, welche Rolle Liquidität, stabilisierende Anlagen und langfristige Kapitalmarktanlagen spielen können und worauf Du bei Kosten, Risiken, Einlagensicherung und späteren Entnahmen achten solltest.

Persönlich in Frankfurt oder digital deutschlandweit · Honorar-Finanzanlagenberatung nach §34h GewO · keine Entscheidungspflicht im Erstgespräch

Die Grundprinzipien guter Geldanlage ändern sich durch die Höhe des Vermögens nicht: breite Diversifikation, ein passender Anlagehorizont, kontrollierte Kosten und ein Risikoniveau, das Du finanziell und persönlich tragen kannst. Bei einer Million Euro gewinnen diese Entscheidungen jedoch an Gewicht. Schon kleine prozentuale Kostenunterschiede entsprechen mehreren Tausend Euro pro Jahr, größere Bankguthaben machen die Einlagensicherung relevant und häufig müssen bestehende Depots, Immobilien, Altersvorsorge und zukünftige Entnahmen gemeinsam betrachtet werden. Stiftung Warentest kommt ebenfalls zu dem Schluss, dass größere Vermögen keine grundsätzlich exotischeren Anlageklassen benötigen, die persönliche Vermögenssituation aber stärker in die Strategie einfließt.

Das Wichtigste in Kürze 

✅ Eine Million Euro sollte nicht isoliert betrachtet werden. Bestehende Depots, Immobilien, Rücklagen, Altersvorsorge und Verbindlichkeiten gehören in die Gesamtbetrachtung.

✅ Nicht die gesamte Million muss investiert werden. Entscheidend ist zunächst, welcher Betrag kurz- oder mittelfristig verfügbar bleiben soll.

✅ Breite Diversifikation bleibt wichtiger als möglichst viele Produkte. Mehr Vermögen bedeutet nicht automatisch, dass komplizierte oder alternative Investments notwendig werden.

✅ Kosten bekommen eine neue Größenordnung: 1 % laufende Kosten entsprechen bei einer Million Euro rechnerisch 10.000 Euro pro Jahr.

✅ Hohe Bankguthaben erfordern Aufmerksamkeit: Die gesetzliche Einlagensicherung beträgt grundsätzlich 100.000 Euro je Einleger und Bank.

✅ Wer vom Vermögen leben möchte, benötigt eine Entnahmestrategie. Rendite, Inflation, Steuern, Marktschwankungen und gewünschtes Restvermögen müssen gemeinsam betrachtet werden.

Autor & fachlich verantwortlich

Dipl.-Kfm. André Perko

Geschäftsführer der FINANCEDOOR GmbH · Honorar-Finanzanlagenberater nach § 34h GewO · über 25 Jahre Erfahrung in der Finanz- und Geldanlageberatung

Schwerpunkte: Geldanlage, Vermögensplanung und Ruhestandsplanung

Vermittlerregister: D-H-125-KSFG-66

Zuletzt fachlich geprüft und aktualisiert: 08. September 2026

Bei der fachlichen Prüfung achten wir insbesondere darauf, dass Aussagen zu Anlageformen, Risiken, Kosten und regulatorischen Rahmenbedingungen sachlich korrekt, nachvollziehbar und aktuell dargestellt werden.

Die Inhalte dieses Ratgebers dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

Warum eine Million Euro keine Standardentscheidung ist 

Eine Million Euro verändert nicht die grundlegenden Regeln der Geldanlage. Auch bei größeren Vermögen bleiben Diversifikation, Kostenkontrolle, Anlagehorizont und ein zum Anleger passendes Risiko entscheidend. Stiftung Warentest weist ausdrücklich darauf hin, dass für große und kleine Anlagebeträge grundsätzlich dieselben Anlageprinzipien gelten.

Was sich verändert, ist die Bedeutung einzelner Entscheidungen in absoluten Euro-Beträgen.

Bei einer Million Euro entsprechen beispielsweise 1 % laufende Kosten bereits 10.000 Euro pro Jahr. Hältst Du große Beträge auf Bankkonten, wird die gesetzliche Einlagensicherung relevant. Bestehen zusätzlich Immobilien, Depots, Altersvorsorgeverträge oder Unternehmensvermögen, kann es außerdem problematisch sein, die eine Million unabhängig vom übrigen Vermögen zu investieren.

Deshalb sollte die erste Frage nicht lauten:

„Welches Produkt bringt bei einer Million Euro die höchste Rendite?“

Sondern:

„Welche Aufgabe soll dieses Kapital innerhalb meines Gesamtvermögens übernehmen?“

Soll ein Teil kurzfristig verfügbar bleiben? Möchtest Du langfristig Vermögen aufbauen? Soll das Kapital später laufende Entnahmen ermöglichen? Oder steht der Erhalt eines bereits aufgebauten Vermögens stärker im Vordergrund?

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lässt sich daraus eine passende Investmentstrategie ableiten.

1 Million Euro nicht isoliert betrachten: Was gehört zu Deinem Gesamtvermögen? 

Eine Million Euro auf einem Konto oder Depot ist nur ein Teil der finanziellen Ausgangssituation. Bevor über die konkrete Anlage gesprochen wird, sollte deshalb zunächst eine Vermögensbilanz entstehen.

Bereich

Was berücksichtigt werden sollte

Liquidität

Giro-, Tagesgeld-, Festgeld- und sonstige Bankguthaben

Wertpapiervermögen

ETFs, Fonds, Aktien, Anleihen und bestehende Depots

Immobilien

selbst genutzte und vermietete Immobilien sowie Finanzierungen

Altersvorsorge

Rentenversicherungen, betriebliche Vorsorge und weitere Vorsorgevermögen

Unternehmensvermögen

Beteiligungen oder Vermögen im eigenen Unternehmen

Verbindlichkeiten

Immobilienkredite und sonstige größere Verpflichtungen

Geplante Ausgaben

Immobilienkauf, Unterstützung der Familie, größere Anschaffungen oder berufliche Veränderungen

Zukünftiger Kapitalbedarf

Ruhestand, regelmäßige Entnahmen oder geplante Vermögensübertragungen

Ein Beispiel: Wer zusätzlich zur Million bereits eine schuldenfreie Immobilie und ein umfangreiches Aktienportfolio besitzt, benötigt möglicherweise eine andere Anlagestruktur als jemand, dessen gesamtes Vermögen nahezu ausschließlich aus der neu verfügbaren Million besteht.

Deshalb sollte nicht nur die eine Million, sondern das Zusammenspiel aller Vermögenswerte betrachtet werden. Genau hier beginnt Vermögensplanung: vorhandene Bausteine ordnen, ihre Funktion verstehen und erst danach entscheiden, welche Aufgabe das neue Kapital übernehmen soll.

Drei Beispielstrategien: Wie könnte man 1 Million Euro aufteilen? 

Es gibt keine pauschal richtige Aufteilung für eine Million Euro. Die folgenden Beispiele sollen deshalb keine Musterportfolios zum Nachbauen darstellen, sondern zeigen, wie unterschiedlich Liquidität, Stabilität und langfristige Renditechancen gewichtet werden können.

Anlagebaustein

Stabilitätsorientiert

Ausgewogen

Wachstumsorientiert

Liquiditätsreserve / kurzfristig verfügbar

150.000 €

100.000 €

75.000 €

Stabilisierende Anlagen z. B. Geldmarkt, Festgeld oder breit gestreute Anleihen hoher Bonität

500.000 €

350.000 €

175.000 €

Globale Aktienanlage z. B. breit diversifizierte Aktien-ETFs

350.000 €

550.000 €

750.000 €

Gesamt

1.000.000 €

1.000.000 €

1.000.000 €

Hinweis: Eine Liquiditätsreserve bedeutet nicht automatisch, dass der gesamte Betrag auf einem einzigen Bankkonto gehalten werden sollte. Bei größeren Bankguthaben ist die jeweilige Einlagensicherung zu berücksichtigen.

Stabilitätsorientiert: Verfügbarkeit und geringere Schwankungen stärker gewichten

In diesem Beispiel bleiben 150.000 Euro kurzfristig verfügbar. Weitere 500.000 Euro übernehmen eine stabilisierende Funktion, beispielsweise über geeignete Geldmarkt-, Festgeld- oder Anleihebausteine. 350.000 Euro werden langfristiger und stärker wachstumsorientiert am Kapitalmarkt investiert.

Eine solche Grundstruktur kann eher zu Anlegern passen, die größere Reserven benötigen oder deutlichere Wertschwankungen begrenzen möchten.

Ausgewogen: Stabilität und langfristigen Vermögensaufbau verbinden

Hier stehen beispielsweise 100.000 Euro als Liquidität, 350.000 Euro für stabilisierende Anlagen und 550.000 Euro für eine breit diversifizierte langfristige Kapitalmarktanlage zur Verfügung.

Damit ist mehr als die Hälfte des Vermögens wachstumsorientiert investiert, während weiterhin ein erheblicher stabilisierender Anteil vorhanden ist.

Wachstumsorientiert: langfristige Renditechancen stärker gewichten

Bei langem Anlagehorizont, ausreichenden anderweitigen Reserven und entsprechend hoher Risikotragfähigkeit könnten beispielsweise 75.000 Euro kurzfristig verfügbar, 175.000 Euro stabilisierend und 750.000 Euro langfristig in breit gestreuten Aktienanlagen investiert sein.

Ein höherer Aktienanteil erhöht die langfristigen Renditechancen, bedeutet jedoch gleichzeitig deutlich höhere mögliche Wertschwankungen und zwischenzeitliche Verluste.

Wichtig: Besteht bereits außerhalb der einen Million eine ausreichend bemessene Liquiditätsreserve oder bestehen weitere umfangreiche Vermögenswerte, kann sich eine sinnvolle Aufteilung deutlich verändern. Die Beispiele sind reine Strukturbeispiele und keine individuelle Anlageempfehlung.

Welche Aufteilung zu Dir passt, lässt sich nicht allein anhand der Vermögenshöhe bestimmen. Entscheidend sind Ziele, Anlagehorizont, Gesamtvermögen und persönliche Risikotragfähigkeit.

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Was bedeuten 2 %, 4 % oder 8 % Rendite bei 1 Million Euro? 

Rechnerische Rendite p. a.

Ertrag pro Jahr

Rechnerisch pro Monat

2 %

20.000 €

ca. 1667 €

4 %

40.000 €

ca. 3333 €

8 %

80.000 €

ca. 6667 €

Eine rechnerische Rendite von 4 % würde bei einer Million Euro beispielsweise 40.000 Euro pro Jahr entsprechen. Das bedeutet jedoch nicht, dass dieser Betrag jedes Jahr tatsächlich erzielt oder regelmäßig ausgezahlt wird. Gerade Kapitalmarktanlagen können deutlich schwanken und auch negative Ergebnisse erzielen.

Wichtig: Die Werte sind reine Rechenbeispiele und keine Renditeprognosen. Kosten, Steuern, Inflation und mögliche Wertverluste sind nicht berücksichtigt. Höhere erwartete Renditen gehen grundsätzlich mit höheren Risiken einher.

Was kosten 0,5 %, 1 % oder 1,5 % pro Jahr bei 1 Million Euro? 

Laufende Kosten p. a.

Kosten bei 1.000.000 €

0,5 %

5.000 € pro Jahr

1,0 %

10.000 € pro Jahr

1,5 %

15.000 € pro Jahr

Bei einer Million Euro werden selbst kleine prozentuale Kostenunterschiede zu erheblichen absoluten Beträgen.

Der Unterschied zwischen 0,5 % und 1,5 % beträgt bei konstant einer Million Euro rechnerisch bereits 10.000 Euro pro Jahr.

Über längere Zeiträume können laufende Kosten zusätzlich ins Gewicht fallen, weil das dafür verwendete Kapital nicht mehr für die weitere Vermögensentwicklung zur Verfügung steht. Deshalb sollten bei einer größeren Anlagesumme nicht nur mögliche Renditen verglichen werden, sondern die gesamten Kosten der Vermögensstruktur. Wie sich unterschiedliche Beratungsmodelle preislich unterscheiden, zeigen wir in unserem Ratgeber zu den Kosten einer Finanzberatung.

Dazu können je nach Lösung beispielsweise Produktkosten, Depotkosten, Transaktionskosten sowie Beratungs- oder laufende Betreuungskosten gehören.

Niedrige Kosten sind dabei nicht automatisch das einzige Entscheidungskriterium. Entscheidend ist vielmehr:

⚠️ Welche Gesamtkosten entstehen – und welche konkrete Leistung beziehungsweise welcher Nutzen steht diesen Kosten gegenüber?

Gerade bei einer Million Euro sollte diese Frage in Euro und nicht ausschließlich in Prozent beantwortet werden.

Die Werte sind vereinfachte Rechenbeispiele. Das tatsächliche Anlagevermögen und damit prozentual berechnete Kosten können sich im Zeitverlauf verändern.

1 Million Euro auf einmal investieren oder schrittweise anlegen? 

Wer plötzlich über eine Million Euro freie Liquidität verfügt – beispielsweise durch einen Immobilienverkauf, eine Erbschaft oder einen Unternehmensverkauf –, fragt sich häufig, ob der Betrag sofort vollständig investiert oder über mehrere Monate verteilt werden sollte.

Eine pauschal richtige Antwort gibt es nicht.

Bei einer Einmalanlage ist der langfristig vorgesehene Betrag unmittelbar investiert und kann von Beginn an an der Entwicklung der Kapitalmärkte teilnehmen. Gleichzeitig besteht das Risiko, kurz nach dem Einstieg stärkere Kursrückgänge zu erleben. Bei einer Million Euro können schon 10 % Wertschwankung rechnerisch 100.000 Euro ausmachen – auch wenn es sich zunächst nur um einen zwischenzeitlichen Buchverlust handelt.

Eine schrittweise Investition in mehreren Tranchen kann deshalb psychologisch leichter durchzuhalten sein und den Einstiegszeitpunkt verteilen. Der Nachteil: Der noch nicht investierte Teil nimmt währenddessen nicht an möglichen Kurssteigerungen teil.

Die wichtigere Frage kommt jedoch vorher:

❓ Welcher Teil der Million soll überhaupt langfristig investiert werden?

Liquiditätsreserve, geplante Ausgaben oder kurzfristig benötigtes Kapital sollten nicht nur deshalb an den Kapitalmarkt gelangen, weil „die Million investiert werden soll“.

Erst nachdem der langfristig verfügbare Betrag feststeht, sollte entschieden werden, ob dieser sofort oder gestaffelt investiert wird.

Welche Rolle Anlagehorizont, Risikoprofil und Liquiditätsbedarf dabei spielen, erklären wir ausführlicher in unserem Ratgeber zur passenden Investmentstrategie.

Einlagensicherung: Wie sicher sind 1 Million Euro auf dem Konto? 

Wer eine Million Euro ganz oder teilweise auf Bankkonten hält, sollte die gesetzliche Einlagensicherung ausdrücklich berücksichtigen.

In Deutschland beträgt der gesetzliche Entschädigungsanspruch grundsätzlich maximal 100.000 Euro je Einleger und Bank einschließlich möglicher Zinsansprüche. Die Grenze gilt nicht pro Konto. Bei Gemeinschaftskonten besitzt grundsätzlich jeder Kontoinhaber einen eigenen Anspruch.

Das bedeutet beispielsweise: Liegt eine Million Euro auf verschiedenen Konten bei derselben Bank, entsteht dadurch nicht automatisch ein gesetzlicher Schutz für die gesamte Summe.

Unter bestimmten gesetzlich definierten Voraussetzungen kann für besonders schutzwürdige Einlagen vorübergehend ein erhöhter Schutz von bis zu 500.000 Euro für bis zu sechs Monate bestehen. Dazu können beispielsweise bestimmte Beträge aus dem Verkauf einer privat genutzten Wohnimmobilie oder Zahlungen im Zusammenhang mit besonderen Lebensereignissen gehören.

Bei großen Liquiditätsbeständen sollte deshalb geprüft werden:

❓ Wie viel Geld muss tatsächlich als Bankguthaben verfügbar sein, bei welchen Instituten liegt es und welcher Teil soll langfristig eine andere Funktion übernehmen?

Aktien, Fonds und ETF-Anteile fallen nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung. Wertpapiere, die eine Bank für Dich im Depot verwahrt, bleiben jedoch grundsätzlich Deinem Vermögen zugeordnet. Bei einer Insolvenz der Depotbank besteht grundsätzlich ein Anspruch auf Herausgabe beziehungsweise Übertragung auf ein anderes Institut.

Die Angaben dienen der allgemeinen Information und stellen keine Rechtsberatung dar. Art des Instituts, Kontoinhaberschaft und Herkunft der Gelder können im Einzelfall relevant sein.

Kann man von 1 Million Euro leben – und wie viel lässt sich monatlich entnehmen? 

Eine Million Euro kann ein erhebliches zusätzliches Einkommen ermöglichen. Ob das Vermögen jedoch dauerhaft zur Finanzierung des Lebensunterhalts ausreicht, lässt sich nicht allein aus einer angenommenen Rendite ableiten.

Jährliche Entnahme

Betrag pro Jahr

Rechnerisch pro Monat

2 %

20.000 €

ca. 1.667 €

3 %

30.000 €

2.500 €

4 %

40.000 €

ca. 3.333 €

Dabei handelt es sich um Entnahmen, nicht um garantierte Renditen.

Wer beispielsweise jährlich 40.000 Euro entnimmt, kann nicht automatisch davon ausgehen, dass das Vermögen dauerhaft bei einer Million Euro bleibt. Entscheidend sind unter anderem Marktentwicklung, Inflation, Steuern, Kosten, Dauer der Entnahmephase und die Frage, ob das Kapital vollständig verbraucht oder teilweise erhalten werden soll.

Besonders wichtig ist die Reihenfolge der Kapitalmarktentwicklungen. Fallen die Märkte zu Beginn einer längeren Entnahmephase und werden gleichzeitig größere Beträge entnommen, kann dies die spätere Vermögensentwicklung stärker belasten. Mehr dazu erfährst Du in unserem Ratgeber zur Entnahmestrategie im Alter.

Deshalb sollte die Frage nicht nur lauten:

„Wie viel Rendite bringt eine Million Euro?“

Sondern:

„Welches monatliche Einkommen benötige ich, wie lange soll das Vermögen reichen und welches Restvermögen möchte ich erhalten?“

Wenn die eine Million ganz oder teilweise zur Finanzierung des Ruhestands dienen soll, sollten Vermögen, Renten, Pensionen, Immobilien, laufende Ausgaben, Inflation und geplante Entnahmen gemeinsam betrachtet werden. Wie eine solche Gesamtbetrachtung aussehen kann, zeigen wir auf unserer Seite zur Ruhestandsplanung.

Praxisbeispiel aus unserer Beratung: Eine Million Euro für den Ruhestand neu strukturieren 

Eine Kundin kam mit einem Vermögen von über einer Million Euro zu FINANCEDOOR. Ein großer Teil des Kapitals lag auf Tages- und Festgeldkonten, weil bislang Unsicherheit darüber bestand, welche Alternativen zur persönlichen Situation und zur späteren Ruhestandsplanung passen könnten. Rund die Hälfte des Vermögens war zudem in Gold investiert. Mit Blick auf den bevorstehenden Ruhestand stellte sich deshalb eine zentrale Frage: Wie kann das vorhandene Vermögen so strukturiert werden, dass daraus langfristig zusätzliche Entnahmen zur bestehenden Altersversorgung finanziert werden können?

Im ersten Schritt haben wir deshalb nicht einzelne Produkte betrachtet, sondern den zukünftigen Kapitalbedarf im Ruhestand analysiert. Dazu gehörten die bestehenden Renten- und Versorgungsansprüche, die erwarteten laufenden Ausgaben, notwendige Liquiditätsreserven sowie die Frage, welcher Teil des Vermögens langfristig investiert werden konnte. Gleichzeitig sollte geprüft werden, wie sich langfristig höhere Renditechancen als bei einer überwiegend auf Bankeinlagen ausgerichteten Struktur erschließen lassen, ohne die individuelle Risikotragfähigkeit der Kundin zu überschreiten.

Ein weiterer Schwerpunkt war der sehr hohe Goldanteil. Gemeinsam haben wir geprüft, welche Funktion Gold innerhalb des Gesamtvermögens tatsächlich erfüllen sollte und ob eine Konzentration von rund 50 % mit dem Ziel einer planbaren Ruhestandsversorgung vereinbar war. Gold kann zur Diversifikation beitragen, erzeugt jedoch keine laufenden Zins- oder Dividendenerträge und unterliegt ebenfalls deutlichen Wertschwankungen. Deshalb wurde nicht eine einzelne Anlageklasse isoliert betrachtet, sondern eine breiter diversifizierte Gesamtstrategie auf Basis des ermittelten Risikoprofils, des Anlagehorizonts und des geplanten Entnahmebedarfs entwickelt.

Ein ausreichender Teil des Vermögens blieb kurzfristig verfügbar. Der langfristig nicht benötigte Anteil wurde auf unterschiedliche Anlagebausteine verteilt, sodass Liquidität, Stabilität, langfristige Renditechancen und zukünftige Entnahmen besser aufeinander abgestimmt werden konnten. Zusätzlich begleiten wir die Kundin laufend, damit Veränderungen bei Kapitalbedarf, Märkten oder persönlicher Lebensplanung in die weitere Ruhestandsplanung einbezogen werden können.

Der Praxisfall wurde anonymisiert und vereinfacht dargestellt. Er stellt keine allgemeine Anlageempfehlung dar. Welche Vermögensstruktur geeignet ist, hängt unter anderem von der individuellen finanziellen Situation, den bestehenden Versorgungsansprüchen, dem Anlagehorizont, dem Entnahmebedarf und der persönlichen Risikotragfähigkeit ab.

1 Million Euro selbst anlegen oder Vermögensverwaltung nutzen? 

Auch eine Million Euro lässt sich grundsätzlich selbst verwalten. Die Höhe des Vermögens allein bedeutet nicht, dass automatisch eine Vermögensverwaltung erforderlich ist.

Entscheidend ist vielmehr, wie komplex die eigene Situation ist, wie viel Verantwortung Du selbst übernehmen möchtest und welchen Nutzen professionelle Beratung oder laufende Betreuung für Dich bietet.

Selbstverwaltung kann sinnvoll sein, wenn …

Du über ausreichend Wissen und Erfahrung verfügst, Deine Strategie selbst entwickeln kannst und auch in schwierigen Marktphasen diszipliniert handelst. Eine Million Euro muss nicht zwangsläufig in komplizierte Produkte investiert werden. Gerade eine verständliche, breit diversifizierte Struktur kann ein Vorteil sein.

Anlageberatung kann sinnvoll sein, wenn …

Eine professionelle Anlageberatung kann sinnvoll sein, wenn Du Deine Anlageentscheidungen weiterhin selbst treffen möchtest, aber eine fachliche Analyse Deines Gesamtvermögens, Risikoprofils, bestehender Anlagen, Kosten und einer möglichen Zielstruktur wünschst.

Laufende Betreuung kann sinnvoll sein, wenn …

Wenn Du Deine Vermögensstruktur nicht dauerhaft allein überwachen möchtest, kann eine laufende Vermögensverwaltung beziehungsweise Betreuung sinnvoll sein. Dabei können Veränderungen Deiner Lebenssituation, Deiner finanziellen Ziele oder der bestehenden Vermögensstruktur regelmäßig überprüft und eingeordnet werden.

Dabei sollte immer transparent sein:

Welche Leistung erhältst Du, welche Kosten entstehen und wer trifft welche Entscheidungen?

Gerade bei einer Million Euro können prozentuale Vergütungsmodelle in absoluten Euro-Beträgen erheblich sein. Deshalb sollte eine laufende Betreuung nicht allein deshalb gewählt werden, weil das Vermögen groß ist, sondern weil der erwartete Nutzen zur tatsächlichen Leistung und den Kosten passt. Wenn Du Beratung und Produktauswahl möglichst klar voneinander trennen möchtest, findest Du weitere Informationen zu unserem Ansatz der Honorarberatung.

Du möchtest eine Million Euro nicht nach einer Standardschablone anlegen? 

Bei FINANCEDOOR beginnen wir nicht mit einem Produkt, sondern mit Deiner Ausgangssituation. Wir betrachten Deine Ziele, Dein bestehendes Vermögen, Deinen Liquiditätsbedarf, Deinen Anlagehorizont und Deine persönliche Risikotragfähigkeit.

Darauf aufbauend entwickeln wir eine nachvollziehbare Vermögens- und Anlagestruktur und zeigen Dir transparent, welche Kosten, Chancen und Risiken damit verbunden sind.

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